Der Eisenbahn-Amateur-Klub durfte bei vielen Bahnhofsfesten oder eisenbahnbezogenen
Veranstaltungen mit seinen Fahrzeugen oder auch nur mit einem Verkaufsstand zu Gast sein.
Dies hatten wir sicherlich unserer Zuverlässigkeit und unserem immer größer werdenden
Bekanntheitsgrad beim Präsidenten der Bundesbahndirektion Köln sowie den Bundesbahn-
Pressestellen in Essen und Köln zu verdanken.
Alle, die dabei waren, erinnern sich sicherlich noch an die vielen Heimfahrten - oft bei
Dunkelheit - in unseren Fahrzeugen, die im 50 km/h-Tempo von einer Diesel- oder E-Lok
geschleppt, bis Düren erfolgten. Wegen der Betriebsruhe auf der Strecke von Düren nach
Jülich erreichten die Fahrzeuge dann Jülich jeweils erst am nächsten Tag.
Begonnen hat alles am 23. und 24. April 1977 mit einem Verkaufsstand beim Bahnhofsfest im Bahnhof Koblenz Hbf.
Im folgenden Jahr, am 09. und 10. September 1978, wurde an der Strecke von Düren nach
Heimbach/Eifel das 75-jährige Streckenjubiläum gefeiert. Auch hier waren wir mit Ständen
vertreten. Bei diesem Jubiläum wurde auch der Grundstein für unsere Abteilung "Große Fahrzeuge" gelegt.
Am 07. und 08. November 1981 wurde das
"Jubiläum 100 Jahre Eisenbahndirektion Köln" im Bahnbetriebswerk
Köln Betriebsbahnhof gefeiert. Unsere Lok war dort zu Gast und uns wurde in einer der
Werkshallen ein Verkauffstand zugewiesen.

Blick auf das Ausstellungsgelände.
Foto: H. Säuberlich

Unsere Lok und die Schienenbusgarnitur.
Foto: Hans-Theo Scheres

Die Hallen füllen sich ...
Am 30. April und 01. Mai 1984 waren wir Gäste bei den Eisenbahnfreunden Goch-Kleve im Bahnhof
Kleve, wobei unsere Schienenbusse Pendelfahrten zwischen Kleve und Nijmegen absolvierten
und die Lok im Bahnhof Kleve neben anderen Objekten von den Besuchern besichtigt werden konnte.
Das folgende Jahr 1985 war geprägt von vielen DB-Veranstaltungen aus Anlass des 150-jährigen
Bestehens der Eisenbahn(en) in Deutschland.
Bei der DB-Jubiläumsschau in
Bonn Hbf am 20. und 21. April 1985 durften wir ebenfalls
wieder mitwirken, wobei unsere Lok 50 1724 ein stark frequentierter Anziehungspunkt war.
Die EAKJ-Schienenbusse dienten als Verkaufs- und Aufenthaltsraum für das Personal. Neben dem
Eisenbahnjubiläum wurde auch "100 Jahre Empfangsgebäude Bonn Hbf" gefeiert.
Dank der guten Verbindungen zur damaligen DB bekamen wir sehr oft für unsere "Mitstreiter"
vor Ort einen kostenlosen Fahrschein ... manchmal sogar für die 1. Klasse.
Einige Zeit und etliche Feste später begab sich unsere Lok auf eine lange Reise. Ziel war
diesmal am 07. September der Bahnhof
Altmorschen. Die Überführung erfolgte teilweise
nachts, so dass dies für unsere Begleiter eine besondere Herausforderung war. Der Anlass war
eine DB - Informationsveranstaltung für die Neubaustrecke Hannover - Würzburg.
Kaum wieder in Jülich ging es am 26. und 27. Oktober nach
Remagen.

DampfLok und ...

... Schienenbusgarnitur ...

... im Bahnhof Remagen.
Nun hatten wir in Bezug auf Bahnhofsfeste eine kleine Verschaufpause. Im Mai des Jahres 1986
holte man uns wieder in den Bezirk Essen zum Bahnhofsfest im Bahnhof
Betzdorf. Auch hier
wurden wir von den Organisatoren sehr freundlich empfangen und es kann als (auch für uns)
gelungene Veranstaltung verbucht werden.

Überführungsfahrt nach Betzdorf am 23. Mai bei der Ausfahrt Düren Vbf.
Foto: Marc Giesen

Schiene-Straße-Bus im Bf Betzdorf.
Foto: Marc Giesen
Ein kleines Erlebnis vom 09. und 10. August 1986 bei der Feier "125 Jahre Eisenbahn zwischen
Ruhr und Sieg" im Bahnhof Siegen:
Ich [Manfred Sassenscheidt] ging im Bahnhof Siegen (nich uniformiert!) die Treppe zum Bahnsteig hoch. Vor mir ging ein
älteres Ehepaar. Als beide fast oben auf dem Bahnsteig waren, entdeckten sie unsere Schienenbusse
(Cafeteria). Sofort hörte ich die ältere Dame halb zu mir gewandt sagen: "Das sind die Jülicher
mit ihrem leckeren Kuchen und Kaffee!" Sie kannte uns aus dem Vorjahr.
Ein besseres Kompliment konnte diese Dame für uns und die emsigen Kuchenstifter in der Heimat wohl
nicht machen. Hier gebührt auch den besagten Kuchenstiftern nochmals ein herzlicher Dank.
Nach vielen weiteren Festen und Ausstellungen hatten wir ab Mitte 1992 Pause. Erst im folgenden Jahr,
am 06. Juni 1993, hieß es wieder
HP 1 für unsere Dampflok, als uns das
Betriebswerk
Dortmund 1 einlud:

Die beiden Dampflokomotiven 50 1724 und 66 002 waren Anziehungspunkt für viele Fotografen.

Auch die Cafeteria des EAKJ wurde wieder stark frequentiert.
Am 4. September 1994 wurde bei der
Wanne-Herner-Eisenbahn gefeiert. Unsere Fahrzeuge waren
wieder ein Anziehungspunkt für die Besucher. Wir hatten unseren Souvenierstand noch nicht ganz
aufgebaut, da hatten wir schon fünf alte Zugführertaschen, die ich aus privatem Bestand beisteuern
konnte, zu Höchstgeboten für den EAKJ verkauft. Es war eine gut besuchte Bahnveranstaltung.

Cafeteria und Stand

Unser "Aushängeschild"

Auf dem Fest gab es auch eine Telefonkarte, auf der unsere Lok 50 1724 abgebildet war (Ausgabe erst im Jahr 1994)
Der einzige "Wermutstropfen" für uns: Nach der Veranstaltung mussten wir feststellen, dass für
unseren Heimtransport nach Düren (Jülich) keine DB-Lok eingeplant war. Aber dank des Einsatzes
des Lokdienstleiters in Wanne Eickel wurde schnell eine Bereitschaftslok (E-Lok) zum
Ausstellungsgelände beordert, so dass wir dann mit fast zweistündiger Verspätung die Heimfahrt
antreten konnten.
Im Jahr 1994 kam bei der Bundesbahn mit dem Eisenbahnneuordnungsgesetz der "große Umschwung",
die Staatsbahn wurde eine Aktiengesellschaft (DB AG). Das bedeutete auch für viele Eisenbahner
und Eisenbahnfreunde eine Um- und Abkehr von vielen bisher liebgewonnenen Veranstaltungen.
Unsere Ansprechpartner gab es größtenteils nicht mehr. Die Anzahl der Bahnhofsfeste wurde
stark reduziert und erst im Jahr 1996 konnten wir wieder am 12. Mai eine Veranstaltung in
Aachen Hbf beschicken. Aber man darf vorweg sagen, es waren nicht mehr die Feste,
wie wir sie bis 1994 kannten.
Der Abschied
Am 16. September 1998 verläßt unsere 50 1724 für immer Jülich.

Diesellok 212 096-2 holt die Lok im Schuppen ab, was zum späteren Streit mit der DKB beitrug

Die 50 1724 nochmals von hinten ...

... und Tschüß !!!
Zum Schluß dieses Kapitels darf und muss gesagt werden, dass alle Bahnhofsfeste mit dazu beitrugen,
dass wir finanziell auf gesunden Füßen stehen konnten und auch heute noch davon zehren können.
Zum Schluß noch einige Informationen:
Unsere Fahrzeuge wurden stets einen oder zwei Tage vorher zum Ort des Geschehens überführt.
Es war erforderlich, dass trotz der Höchstgeschwindigkeit von nur max. 50 km/h die Fahrzeuge
von einem Klubmitglied begleitet und am Aufstellort bewacht wurden. Letzteres geschah in unserem
eigenen Interesse, wenn man da nur an den "Auffahrunfall" in Siegen denkt, wo unsere Schienenbusse
doch sehr ramponiert wurden und anschließend zur Reparatur ins AW Kassel mussten. Wären unsere
Leute da nicht vor Ort gewesen und hätten den Vorgang beobachten können, stünde der EAKJ aufgrund
der angefallenen Reparaturkosten sicherlich "etwas ärmer" da.
Vor jeder Überführung musste bis 1994 natürlich ein Betriebsingenieur der Deutschen Bundesbahn
nach Jülich anreisen und eine Lauffähigkeitsbescheinigung für die Fahrt ausstellen. Diese Arbeit
übernahm danach die Dürener Kreisbahn.
Für die Begleitung stellten sich vom EAKJ hauptsächlich die Mitglieder Josef Bach, Jürgen Becker,
Martin Fitting, Rolf Heinen, Peter Nelles und Dirk Probst zur Verfügung.